Archiv für den Monat: Juni 2014

“And we’re ready to take off…”

Lang lang ists her aber nun haben wir tatsächlich etwas Zeit mal unseren blog zu aktualisieren!

Sitzen grade im Bus von Hoi An nach Hue und uns steht eine 4 ½ sündige Busfahrt bevor. Ann-Christin schläft neben mir im tatsächlich einigermaßen komfortablen Liegebus, dahinter unsere drei sehr netten deutschen Mitreisenden. Der Busfahrer hupt unfassbar viel wie immer und ich versuche mal die letzten Tage ein wenig zusammenzufassen, die Ann und ich eben schon versucht haben nochmal ein wenig zu rekonstruieren ;)

Vor ca. 1 ½ Wochen haben wir es dann endlich endlich geschafft Saigon (seit 1975 Ho Chi Minh City) zu verlassen. Hatten wirklich Pech. Erst mein dicker Fuß, dann eine Mandelentzündung dank Klimaanlage (da wir ja das Zimmer aufgrund des Fußes nicht verlassen konnten…) und dann hat Ann-Christin nochmal richtig zugeschlagen mit Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und allem was sonst noch so dazu gehört. Haben also schonmal alle wichtigen vietnamesischen Medikamente inklusive Antibiotika durchprobiert. Hat aber alles ganz gut geklappt und nun geht’s uns wieder blendend!

Saigon

Saigon

Haben also vor ungefähr einer Woche unseren kleineren Trip zum Mekong Delta angetreten (2 Tage plus 1 Übernachtung). Sind morgens mit Bus und einer Gruppe von ca. 25 Leuten losgefahren und haben nach knapp 2 Stunden den ersten Stopp gemacht um uns von unserem Reiseführer Dong (so heißt übrigens auch die vietnamesische Währung) in ein kleines Dorf führen zu lassen, in dem wir Honigtee, Früchte und traditionelle Musik genießen durften. Der Tee und die Früchte waren sehr gut! Die Musik gewöhnungsbedürftig…

Haben uns dort schon ein wenig mit Christina und Stefan unterhalten (zwei unserer drei Mitreisenden), au0erdem mit einer sehr netten Engländerin und einem hyperaktiven Portugiesen der nicht länger als eine Minute stillsitzen konnte und schon überall unterwegs war.

Nach dem Tee wurden wir dann in 4er Gruppen kleinen Booten zugewiesen mit denen wir dann einen winzigen Seitenarm des Mekong Flusses entlangschipperten. Dort lernten wir dann Yannick kennen (der Dritte im Bunde) und beschlossen recht schnell zusammen weiterzureisen, da er (für die 6 Wochen die er in Südostasien ist) alleine unterwegs ist und wir ziemlich genau die gleiche Route abklappern wollten.

Nach der kleinen Bootstour kamen wir dann an einer „Coconut Candy“ Fabrik an. Eine Fabrik war es natürlich nicht, sondern vielmehr ein paar Einheimische, die aus einer Karamellkokosnussmasse klebrige Bonbons herstellten. Durften natürlich auch alles probieren, aber wer hätte es gedacht, war das nicht so unser Ding und wir mussten unser Probierstück unauffällig im Dschungel hinter uns verschwinden lassen…

Netterweise durften wir dann auch noch im Shop das fertige Produkt kaufen…das haben wir aber dann mal gelassen. Anders als wir gab es in unserer Gruppe ein paar Amerikanerinnen, denen das alles ganz wunderbar geschmeckt hat und es auch allen mitteilen mussten! Beide Mädels sehr nett, sehr leicht zu begeistern (Dong erklärte, dass die Kokosnussschalen nach Benutzung verbrannt werden würden („That makes totally sense!!!“)) und sehr mitteilungsbedürftig („This is the best thing Ive ever tasted“!!).

Nach den Kokosnüssen gab es dann essen (Reis, Gemüse und Fleisch, alles im Preis inbegriffen). Beim Essen haben wir Yannick dann ein wenig besser kennengelernt und die kitschigste/romantischste/filmreifste sch verlieben, zusammen kommen, Geschichte gehört… ich sag nur, Valentinstag, Paris…also wirklich Yannick du machst Sachen…aber du weißt ja, wir sind ja nur neidisch ;)

Danach ging es relativ schnell mit dem Bus ins Hotel. Waren dann noch was essen und recht schnell im Bett.

Am nächsten Morgen ging es früh raus, um rechtzeitig bei den schwimmenden Märkten zu sein, eigentlich der Hauptgrund unseres Mekong Delta Trips.

War leider etwas langweiliger als gedacht, aber trotzdem ganz nett. Haben leckere Ananas gegessen und die Händler beobachtet.

Mekong Delta

Mekong Delta

Nach dem Markt ging es dann noch zu den etwas unspektakulären Monkey Bridges (wir dachten es gäbe echt Affen zu sehen, dann gabs aber nur kleinere Brücken aus Bambusrohren über die man wie Affen klettern konnte…). Naja, dafür gab es dort bestimmt auch hundert Hundebabys und wir konnten uns gemütlich mit Christina, Stefan und Yannick in den Schatten setzen uns unterhalten und mal grob unsere Weiterreise planen konnten.

Christina und Stefan sind leider nur 3 Wochen hier da danach recht schnell wieder Uni, Arbeit und Handball rufen. Aber besser als nichts! Da sie auch ungefähr den gleichen Plan haben wie wir, war alles recht schnell geklärt!

Kurz darauf rief Dong auch zur Weiterfahrt und zum letzten Punkt des Trips. Der Glasnudel“fabrik“. War ähnlich spannend wie die Kokosnüsse, aber mal ganz nett zu sehen und die Amis waren natürlich mal wieder so begeisert als hätten sie soeben entdeckt, dass die Erde doch rund ist… („Ive always dreamed about seeing this!!“, „Yeah, I always wanted to know how they do this. That´s so epic!“ „Best day ever!!“). Ich erspar euch jetzt den Prozess der Herstellung aber im Grunde war es nichts anderes als den Nudelteig auszurollen, trocknen zu lassen und den durch eine Maschine zu jagen, der ihn dann schneidet…epic! Wir haben dank ihnen allerdings heut noch was zu lachen, also vielen Dank an dieser Stelle ;)

Auf dem Rückweg legten wir noch einen kleinen Stopp an einer Pagoda ein wo wir uns diese netten Leutchen anschauen durften.

Pagoda Mekong

Pagoda Mekong

Pagoda Mekong

Pagoda Mekong

2Mekong Delta (6)

Zurück in Saigon kauften wir dann noch mit Yannick sein Open Bus Ticket (wir hatten unseres schon besorgt) um am gleichen Abend noch weiter nach Nah Trang zu fahren. Das Open Bus Ticket ist sehr praktisch, sehr günstig und hier äußerst beliebt, gleichermaßen bei Touristen wie auch Einheimischen. Für 38$ kann man von Süden nach Norden (oder natürlich auch anders rum) durchs ganze Land fahren und in verschiedenen Städten, die man sich vorher aussuchen muss, anhalten kann. Meistens fährt der Bus über Nacht, da die Strecken schon recht weit sind und da die Straßen auch nicht so gut ausgebaut sind dauert das schon eine Weile um von Stadt zu Stadt zu kommen.

Nachtbus Saigon - Nah Trang

Nachtbus Saigon – Nah Trang

Da wir alle zu verschiedenen Zeiten gebucht hatten, saßen bzw. lagen wir leider alle in anderen Bussen (Ann und ich in einem, Yannick im anderen und Christina und Stefan im nächsten). Unsere Busfahrt war ganz gut. Kein Vergleich zu Kambodscha! Christina und Stefan hatten leider nicht so viel Glück und sind froh, ihre Fahrt überlebt zu haben…geht also auch anders! Glück gehabt!

Haben uns dank Wlan in Nah Trang recht schnell gefunden und mit Yannick ein Hostel gesucht während die anderen schon in ihrem Hotel einchecken konnten. Haben auch was nettes gefunden, zu dritt alleine im 4-Bett Zimmer. Perfekt!

Waren dann nur noch am Strand, sind 2 Stunden durch die Stadt gelaufen um zu einem Museum zu kommen welches bereits zu hatte und sind danach schön alle zusammen Essen gegangen!

In Nah Trang selber gab es nicht sonderlich viel zu sehen und so beschlossen wir uns am nächsten Tag die laut Lonley Planet einzige Sehenswürdigkeit anzusehen und sind mit dem Taxi ca. 2 km außerhalb der Stadt zu den Cham Türmen zu fahren. Die waren auch sehr schön, nicht so groß, aber auf einem kleinen Hügel gelegen von dem man einen guten Ausblick auf die ganze Stadt hatte.

Cham Towers Nah Trang

Cham Towers Nah Trang

Cham Towers Nah Trang

Allerdings waren wir da auch nach ner halben Stunde fertig. Im Hostel hatten wir zuvor noch etwas von einem Wasserfall gelesen, den man besuchen könne und da wir nichts weiter vorhatten nahmen wir noch die weiteren 18 km in Kauf und machten uns auf den Weg, da der Taxifahrer uns einen sehr guten Preis machte.

Unerwarteterweise waren die Wasserfälle und alles drum herum mit das Schönste was wir auf der Reise bis jetzt gemacht haben! Um dorthin zu kommen mussten wir erstmal ordentlich über Felsen und durch den Dschungel klettern. Und das mit Flip Flops, da das eine so spontane Aktion war und wir keine Ahnung hatten was auf uns zukommen würde. Es hat sich aber gelohnt, auch wenn es teilweise etwas rutschig und mühselig war. Am Wasserfall angekommen waren schon ein paar Leute da. Die meisten im Wasser. Sind natürlich auch erstmal reingesprungen und waren dankbar für die Abkühlung! Christina und ich haben dann auch noch all unseren Mut zusammengenommen und sind den Jungs hinterher eine 7m hohe Klippe/Felswand ins Wasser hinuntergesprungen (es war ein anderer Tourguide vor Ort, der uns versicherte dass das Wasser tief genug sei und wir haben natürlich ein paar Leute vor uns springen lassen ;) )! Ann hat mit Christinas Kamera tolle Fotos und Videos gemacht, die wir uns allerdings noch den anderen geben lassen müssen. Also müsst ihr uns das erstmal so glauben ;)

Wasserfälle Nah Trang

Wasserfälle Nah Trang

3Nah Trang (29)

Nach dem aufregenden Tag wollten wir noch ein bisschen Zeit in einer der Lonely Planet Top Tip Backpacker Bars mit angeblich guter Musik (hier läuft ja überall nur so Elektro, Trance, Remix Mist) genießen die es allerdings wie sich herausstellte nicht mehr gab. Also doch noch was unschöne Musik. Waren aber auch recht kaputt und sind nicht viel später wieder ins Hostel und ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag ging es dann Abends mit dem Nachtbus (diesmal auch alle im gleichen) nach Hoi An. Hatten lustigerweise die letzten 5 Plätze und mit ein wenig gekuschel und nachdem wir uns mit diversen Ellbogen und Knien irgendwie arrangiert hatten (Yannick und Stefan sind beide über 1,90m) haben wir auch die 11 Stunden Busfahrt gut hinter uns gebracht und sogar etwas geschlafen.

Nachtbus Nah Trang - Hoi An

Nachtbus Nah Trang – Hoi An, vlnr. Ann, Yannick, Dörthe, Stefan, Christina

In Hoi An gings dann mit allen ins gleiche Hostel wo wir erstmal ausgiebig frühstückten und dann etwas die Stadt erkundeten. Wir stellten ziemlich schnell fest, dass Hoi An mit Abstand (!) die bis jetzt schönste Stadt auf unserer Reise ist.

Lampions Hoi An

Lampions Hoi An

Recht klein und gemütlich, wenig Menschen, schöne Häuser und überall bunte Lampions (sie ist auch als Lampionstadt bekannt). Wir fünf waren sofort begeistert! Neben den Lampions ist sie außerdem bekannt für ihre über 400 Schneider. Viele Touristen können den recht günstigen Preisen natürlich nicht widerstehen und lassen sich ein paar Sachen für verhältnismäig wenig Geld schneidern. So auch wir ;)

Wir haben uns beide je ein paar sehr schöner Sandalen machen lassen (für umgerechnet 15€ pro Paar). Außerdem hat Ann noch zwei Kleider, einen Blazer, eine Bluse und eine Shorts mitgenommen. Alles gut gemacht und sehr schön! Bei den Jungs gab es einen kompletten Anzug mit Schuhen und Gürtel und allem was dazu gehört für auch sehr wenig Geld und guter Qualität! Hat sich also gelohnt (auch wenn ich mich ein wenig mit Anns Schneiderin angelegt hab, da sie einfach immer wieder was anderes erzählt hat und uns über den Tisch ziehen wollte, ging dann so weit, dass sie richtig beleidigend wurde..naja, müssen sie ja nie wieder sehen!).

Am nächsten Tag wurden drei Roller ausgeliehen um damit eine Tour nach My Son zu machen bei der ich allerdings nicht dabei war, da ich aufgrund von Schlafmangel Angst hatte vom Roller zu rutschen und bin erst Mittags wieder dazugestoßen ;) Es gab wohl ein paar schöne Ruinen zum angucken, sonst wurden Oreos gegessen und Reiseführer gelesen. Mehr weiß ich leider nicht, da kann Ann ja vll nochmal einen kleinen Nachtrag machen ;)

Rollertour My Son

Rollertour My Son

Nachmittags sind Yannick, Ann und ich dann noch zum Strand gefahren, der sehr schön war. Im Wasser waren wir dank einiger Quallen allerdings nicht.

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Abends sind wir dann auch zu dritt essen gegangen wobei diese äußerst schöne Fotoreihe entstanden ist (zu unserer Entschuldigung, es gab Bier für 5000 Dong, ca. 25 cent).

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Haben uns danach mit den anderen beiden wiedergetroffen und sind weiter in eine Bar gezogen in der wir die einzigen Gäste waren und wir unsere Musik per Youtube selber anmachen durften. Sehr gut! Haben das auch voll und ganz ausgenutzt und sind dann gegen 1 Uhr nach einem feuchtfröhlichen Abend zurück ins Hostel und haben erstmal etwas geschlafen.

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Gestern haben wir uns dann Fahrräder geliehen (1$ am Tag) und sind damit durch die wunderschöne Altstadt geradelt und haben uns die „Sehenswürdigkeiten“ der Stadt angesehen.

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So viel war das allerdings nicht. Ein Museum mit alten Glocken und einer Kanone, ein paar winzige Tempel und alte Häuser. Mittags waren wir in einer Art Markthalle bei einer sehr netten einheimischen Frau essen, die uns nach dem Essen auch noch mit Keksen versorgt hat!

Dann zurück ins Hostel, duschen, packen, Räder wegbringen und wieder ab in die Stadt zum Lichterfest welches hier einmal im Monat stattfindet.

Abends wird dann am Fluss unten der Strom abgestellt und alles wird nur von Lampions und Kerzen, die auf dem Fluß schwimmen erleuchtet. War sehr schön, sehr voll und recht touristisch (die Kerzen haben natürlich nur kleine süße Kinder verkauft etc.). Christina und Stefan sind recht schnell gegangen während wir anderen drei uns noch einen kleinen Markt angeschaut und zufällig die beste Nachspeise überhaupt probiert haben. Eine Art Teigklumpen in dem in der Mitte klein gehackte, karamellisierte Erdnüsse versteckt waren. Klingt etwas merkwürdig, war es auch. Aber unglaublich gut und der perfekte Abschluss für eine wundervolle Stadt in die wir immer wieder gerne zurückfahren würden!!

Mittlerweile haben wir auch fast die Hälfte der Strecke nach Hue geschafft und hinter mir schlafen immer noch alle… unfassbar…

Euch zuhause allen einen wunderschönen Tag und einen guten WM Start (Vietnam hat sich übrigens nicht qualifiziert, enttäuschend!) ;)

“…and if you’d care to join me here
I’d save you a seat at the window
you can’t sleep you’re far too excited..”

(Honig – Burning Down Bookshops)